Ein schönes und gewichtiges Werk haben Christiane Ruhmann und Petra Koch-Lütke Westhues zur Verabschiedung von Christoph Stiegemann als Direktor des Erzbischöflichen Diözesanmuseums Paderborn realisiert. Unter dem Titel „Museum als Resonanzraum. Kunst – Wissenschaft – Inszenierung“ sind 33 Beiträge von Weggefährt*innen in dieser üppig bebilderten Festschrift versammelt – und ich bin froh und stolz, dabei zu sein. Mein Beitrag heißt „Barock in Yuanming Yuan. Spuren von Europa in der Qing-Residenz“ und erkundet ein einzigartiges kulturelles Hybrid: den von Jesuiten geplanten und realisierten Gartenteil im kaiserlichen Sommerpalast.


Ich muss gestehen, dass auf meine erste Begeisterung („Wirklich, liebe Herausgeberinnen, das ist ein tolles Thema, und es sind auch Jesuiten dabei, das passt doch!“) richtige wissenschaftliche Verunsicherung folgte. Es gibt keine Vergleichsbeispiele. Es gibt keine Rezeption. Ich begann mit den Gebäuden – kein erkennbares Konzept oder Zusammenspiel. Ich versuchte, mich diesem Garten als Landschaft und/oder Raum zu nähern – funktioniert nicht. Erst eine englische Übersetzung eines Briefes des Qing-Kaisers an die Jesuiten, in dem es um Wasserkunst, Hydraulik und natürliche Flussläufe in Yuanming Yuan ging, brachte mich auf die Idee, diesen außergewöhnlichen Garten als Wasserkunst und Mechanik zu denken. Das schließt an eine der ersten Lektionen bei Christoph Stiegemann an, nämlich die Frage: Wohin richtest Du, wie lenkst Du den Blick, wohin fällt er aufgrund der Komposition?

Museum als Resonanzraum. Kunst – Wissenschaft – Instzenierung. Festschrift für Christoph Stiegemann, hg. von Christiane Ruhmann und Petra Koch-Lütke Westhues, Petersberg: Michael Imhof Verlag 2020.

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